Archiv für Juni 2012

Das Haus Mainusch muss bleiben!

Kampf um Freiräume in Mainz –
kurzzeitige Besetzung des ehemaligen Büro Wahlich

In Mainz wurde heute (23.06.2012) kurzzeitig das ehemalige Büro Wahlich besetzt, um dort „einen Raum (zu) schaffen, der Menschen als Ort des freien Lebens, der kritischen und künstlerischen Arbeit, des Lernens und der Kultur dienen, aber auch den dynamischen Austausch und die Vernetzung von Menschen ermöglichen soll.“ Nach Angaben der Gruppe der Besetzer_innen konnte der Freiraum „nicht lange gehalten werden“. In der Pressemitteilung hieß es weiter: „Wir lassen uns von diesem jedoch Misserfolg nicht aus der Bahn bringen und werden uns auch weiterhin für offene Freiräume in Mainz einsetzen.“

AG Karo erklärt sich solidarisch mit den Bestrebungen nach Freiraum der Besetzer_innen-Gruppe des ehemaligen Büro Wahlich.

Gude Mukke und lecker Essen!

Das Haus Mainusch muss bleiben!

Der Mietvertrag des Haus Mainusch ist zum Dezember 2012 von Seiten der Johannes Gutenberg Universität Mainz gekündigt!
Wir bitten darum, diese Solierklärung mit zu unterschreiben. Wer unterschreiben möchte bitte an agkaro@riseup.net eine Mail schreiben, wir setzen Euch dann als Unterstützer_innen darunter. Als Einzelpersonen wäre es hilfreich, wenn ihr eure Tätigkeiten und euren Wohnort mit nennt. Muss aber nicht sein. Vielen Dank!


Solidaritätserklärung zur Erhaltung des Haus Mainusch

Das Haus Mainusch besteht seit 25 Jahren als unabhängiges
Kommunikationszentrum auf dem Campus der Johannes Gutenberg Universität
Mainz. Es ist das einzige Projekt seiner Art in Mainz und Umgebung.

Für uns steht fest, dass das Haus Mainusch als Freiraum und als
Schutzraum in Form des unabhängigen, selbst verwalteten Zentrums
erhalten bleiben muss.

Schutzraum bedeutet, dass das Haus Mainusch ermöglicht, den Versuch zu
unternehmen zunächst einen Raum frei von menschenfeindlichen
Positionen, wie z.B. Rassismus, Antisemitismus, Sexismus und Homophobie
zu schaffen, um letztendlich alle Räume von solchen Positionen befreien
zu können.
So sollen die Möglichkeiten geboten sein, herrschenden, oft
verletzenden, oder Menschen stark einengenden Vorstellungen von
Normativität etwas entgegen zu setzen und im Austausch mit anderen
Menschen Alternativen und emanzipatorische Perspektiven zu entwickeln.

Ein weiteres grundsätzliches Prinzip des Haus Mainusch ist die
unkommerzielle Ausgestaltung.
Es muss gewährleistet werden, dass niemand, der_die seine_ihre Umwelt
kulturell und politisch mitgestalten will auf Grund mangelnder
finanzieller Mittel ausgeschlossen wird. Denn die Räume sind verfügbar
für jede und jeden, der_die sich einbringen möchte. Das bedeutet auch,
dass sie für jeden und jede gut erreichbar sein müssen.

Insgesamt soll in diesem Freiraum weiterhin eine Form der
Selbstermächtigung durch gemeinschaftliches Aneignen von Wissen und
Fähigkeiten ermöglicht werden.

Die Räume wurden und werden derzeit für ein umfangreiches kulturelles
Programm genutzt.
Dazu gehören selbstorganisierte Lesungen, politische Vorträge,
Workshops, Ausstellungen, Konzerte mit internationalen Bands, Partys,
Kneipenabende und Filmvorführungen. Es nutzen außerdem mehrere Bands das
Angebot eines Proberaums im Keller des Hauses und die Küche ist
Grundlage dafür, das hier regelmäßig (vegan) gekocht werden kann.

Das Haus Mainusch bietet auch den Raum für die Arbeit an Projekten und
Veranstaltungen verschiedener politischer Gruppen.

Es wäre das Ende des Projekts Haus Mainusch,

1.wenn das Haus Mainusch, z.B. durch eine Mieterhöhung, dazu gezwungen
würde zu einem gewöhnlichen kommerziellen Raum zu werden, wie es bereits
jeder andere Ort auf dem Campus und in Mainz ist. Z.B. Mieterhöhungen an
Gäste, Veranstalter_innen und Aktive weiterzugeben würde den Ausschluss
von Menschen mit wenig Geld bedeuten.

2.wenn es den Status des unabhängigen und selbst verwalteten Zentrums
verlieren würde. Neue Ideen und Projekte, sowie kritisches Denken können
nur unabhängig vom homogen gestalteten Lehr-Alltag des
Universitäts-Betriebes entstehen. So gibt es im Haus Mainusch als erstes
und bis heute einziges Projekt auf dem Campus regelmäßig veganes Essen.

3.wenn es in die Peripherie des Campus verlagert würde. Das würde die
Zugänglichkeit zu einem so wichtigen Raum stark einschränken.

4.wenn es keine langfristige Lösungsmöglichkeit für das Projekt gibt. Es
darf nicht permanent, oder in kurzen Zeit-Abständen immer wieder, mit
der prekären Lage der Bedrohung der eigenen Existenz konfrontiert sein.
Sonst leidet das eigentliche kulturelle und politische Programm unter
dem ständigen Kampf um den Selbsterhalt.

Damit all das nicht geschieht und das unabhängige Kommunikationszentrum
Haus Mainusch erhalten bleibt erklären wir uns solidarisch.

Es muss eine Zukunft des unabhängigen Kommunikationszentrum Haus
Mainusch geben. Für eine langfristige Perspektive des Projektes auf dem
Campus der Johannes Gutenberg Universität in Mainz.