Archiv für Oktober 2011

Gegen die IMK und ihre Freund*innen

Demo 03.12.2011
15 Uhr Wiesbaden

Wenn De­le­gier­te aus ver­schie­de­nen Län­dern nach Wies­ba­den kom­men um zu The­men wie Mi­gra­ti­on, Grund­rech­te und Po­li­zei­ge­walt zu ar­bei­ten, dann klingt das nach einer span­nen­den Sache. Han­delt es sich bei die­sen De­le­gier­ten je­doch um die 17 alten deut­schen Her­ren der In­nen­mi­nis­ter­kon­fe­renz (IMK) sieht das Ganze nicht mehr so rosig aus. In halb­jähr­li­chen Tref­fen fäl­len sie Be­schlüs­se, die die Si­cher­heit der Men­schen vor dem Staat in Ge­fahr bringt.

„Wir brau­chen die, die uns nut­zen und nicht die, die uns aus­nut­zen. Das soll­te unser Pro­gramm­satz für die Zu­wan­de­rungs­po­li­tik sein.“ Hans-​Pe­ter Fried­rich(Bun­des­in­nen­mi­nis­ter)

Mit der fak­ti­schen Ab­schaf­fung des Asyl­rechts im Jahr 1993 schaff­te es die­ser Leit­satz ins Grund­ge­setz. „Be­darfs­ori­en­tier­te Zu­wan­de­rung“ nennt es sich, wenn Men­schen nur nach ihrem Nut­zen für die deut­sche Wirt­schaft be­wer­tet wer­den. Kon­kret be­deu­tet das, dass viele Flücht­lin­ge kein si­che­res Auf­ent­halts­recht be­sit­zen und von Ab­schie­bung be­droht sind, so­bald sie als „nutz­los“ für die deut­schen Markt­in­ter­es­sen gel­ten. Die­je­ni­gen die der deut­sche Staat nur „dul­det“ wer­den durch die Re­si­denz­pflicht schi­ka­niert. Zudem wer­den Men­schen die zur Ab­schie­bung ver­füg­bar sein sol­len in Ab­schie­be­knäs­ten mo­na­te­lang ge­fan­gen ge­hal­ten. Die IMK ist nicht be­reit diese Zu­stän­de ab­zu­schaf­fen. Man muss schon „dank­bar“ sein, wenn sich dort keine neuen Schi­ka­nen aus­ge­dacht wer­den. Deut­sche Asyl­po­li­tik be­ginnt je­doch nicht an deut­schen Gren­zen son­dern wird be­quem out­ge­sour­ced: Flüch­ten­de wer­den be­reits an den eu­ro­päi­schen Au­ßen­gren­zen von der Grenz­schutz­agen­tur Fron­tex ab­ge­fan­gen, wel­che vom eu­ro­päi­schen Par­la­ment immer mehr Rech­te zu­ge­spro­chen be­kommt und so zu­neh­mend selbst­stän­di­ger und un­ab­hän­gi­ger wird. Fron­tex geht dabei laut Pro­Asyl mit »mas­si­ver Auf­rüs­tung und Ab­schre­ckung, De­mü­ti­gun­gen, Miss­hand­lun­gen bis hin zu il­le­ga­len Zu­rück­wei­sun­gen« gegen Flücht­lin­ge vor. In den letz­ten 20 Jah­ren star­ben über 8.​000 Men­schen im Mit­tel­meer beim Ver­such ein bes­se­res Leben in Eu­ro­pa zu er­rei­chen.

„Einen Staat, der mit der Er­klä­rung, er wolle Straf­ta­ten ver­hin­dern, seine Bür­ger stän­dig über­wacht, kann man als Po­li­zei­staat be­zeich­nen.“ Ernst Benda (ehem. Prä­si­dent des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts)

Doch nicht nur im men­schen­ver­ach­ten­den Flücht­lings­po­li­tik sucht der Staat Ef­fi­zi­enz­stei­ge­rung und Op­ti­mie­rungs­stra­te­gi­en. Im so­ge­nann­ten Kampf gegen den Ter­ror hat sich die IMK in letz­ter Zeit ei­ni­ges ein­fal­len las­sen. Vi­deo­über­wa­chung öf­fent­li­cher Plät­ze und Ge­bäu­de neh­men wei­ter zu. Selbst in all­täg­li­chen Be­rei­chen wie ÖPNV und Fuß­ball­sta­di­en kommt es zu re­pres­si­ven Maß­nah­men um bei­spiels­wei­se das Si­cher­heits­ri­si­ko Fuß­ball­fan zu re­du­zie­ren. Der ex­zes­si­ve Ein­satz von „we­ni­ger-​töd­li­chen Waf­fen“ wie Pfef­fer­spray, mo­der­nen Was­ser­wer­fern und neu­er­dings Pep­per­balls und Te­le­skop-​Schlag­stö­cken, führt immer wie­der zu schwe­ren Ver­let­zun­gen bis hin zu ge­sund­heit­li­chen Spät­fol­gen. In der Ver­gan­gen­heit wur­den diese Mit­tel schon gegen Sitz­blo­cka­den an­ge­wen­det. Die au­to­ma­ti­sche KFZ-​Kenn­zei­chen­er­fas­sung soll neu­er­dings zur lü­cken­lo­sen Über­wa­chung des Ver­kehrs die­nen. Ohne Be­trof­fe­ne zu in­for­mie­ren ist es mög­lich Com­pu­ter mit­tels der On­line­durch­su­chung aus­zu­spio­nie­ren, was ver­hin­dert, dass diese da­ge­gen kla­gen kön­nen. Wie die Vor­rats­da­ten­spei­che­rung trotz „stö­ren­dem“ Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts ein­ge­führt wer­den kann soll bei die­ser IMK be­spro­chen wer­den. Die Auf­zäh­lung könn­te noch be­lie­big lange wei­ter ge­führt wer­den. Was die­ser Kampf gegen den Ter­ror be­deu­tet, er­fuh­ren De­mons­tran­t_in­nen und An­woh­ner_in­nen die­ses Jahr in Dres­den. Auf­grund der Blo­cka­de eines Na­zi­auf­mar­sches über­wach­te die Po­li­zei flä­chen­de­ckend Han­dys und er­stell­te Be­we­gungs­pro­fi­le von über 40.​000 Men­schen.

„Aus die­sem Grund be­grü­ße ich es aus­drück­lich, dass wie­der eine Ko­or­di­nie­rungs­grup­pe der Län­der, unter Fe­der­füh­rung des BKA, die ge­walt­be­rei­te links­ex­tre­me Szene ana­ly­siert. Die­ses Gre­mi­um exis­tier­te be­reits zur RAF Zeit und ist jetzt wie­der ak­ti­viert wor­den. Auch das zeigt den Ernst der Lage.“ Boris Rhein zum Ab­schluss der IMK in Frank­furt (Hes­si­scher In­nen­mi­nis­ter und Gast­ge­ber der IMK)

Im Fokus der IMK steht seit jeher der so­ge­nann­te Links­ex­tre­mis­mus. Der Staat de­fi­niert hier­bei jeden Wi­der­spruch zur „bür­ger­li­chen Mitte“ als ex­tre­mis­tisch. Mit der mitt­ler­wei­le so be­lieb­ten Ex­tre­mis­mus­theo­rie wird die Idee einer Ge­sell­schaft jen­seits von Kon­kur­renz und Ver­wer­tungs­lo­gik mit einer fa­schis­ti­schen Ver­nich­tungs­ideo­lo­gie gleich­ge­setzt. Der Ein­satz von Spit­zeln durch Po­li­zei und Ge­heim­dienst gegen linke Grup­pen wird auf der IMK ko­or­di­niert und vor­an­ge­trie­ben. Ein be­kann­tes Bei­spiel ist Simon Brom­ma, der 2010 in Hei­del­berg ent­tarnt wurde. Im Zuge des bun­des­wei­ten Bil­dungs­streiks be­gann er in Zu­sam­men­ar­beit mit zwei wei­te­ren ver­deck­ten Er­mitt­ler_in­nen die linke und stu­den­ti­sche Szene zu in­fil­trie­ren. Er be­spit­zel­te neun Mo­na­te lang Grup­pen, vom BUND bis zur An­ti­fa. Es zeigt sich, dass kaum ein Mit­tel ge­scheut wird um gegen linke Kri­tik vor­zu­ge­hen. Wer gegen diese Zu­stän­de de­mons­trie­ren will, blickt in die häss­li­che Frat­ze all­täg­li­cher Po­li­zei­ge­walt. Den­noch sind sich die meis­ten In­nen­mi­nis­ter darin einig Straf­tä­ter_in­nen in Uni­form schüt­zen zu wol­len und ver­hin­dern die Ein­füh­rung einer all­ge­mei­nen Kenn­zeich­nungs­pflicht von Po­li­zis­t_in­nen.

„Die meis­ten Men­schen sind über Ter­ro­ris­mus und Kri­mi­na­li­tät be­un­ru­higt, nicht über po­li­zei­li­che Schutz­maß­nah­men.“ Wolf­gang Schäu­b­le (ehem. Bun­des­in­nen­mi­nis­ter)

Wir er­ken­nen, dass die IMK nicht als un­ab­hän­gi­ges Gre­mi­um ge­se­hen wer­den kann. Viel­mehr ist sie in unser der­zei­ti­ges bür­ger­lich-​de­mo­kra­ti­sches Sys­tem ein­ge­bun­den und somit Be­stand­teil und Organ einer herr­schaft­li­chen Ord­nung. In­so­fern rich­tet sich un­se­re Kri­tik auch gegen die deut­sche Ge­sell­schaft und ge­ne­rell gegen das ka­pi­ta­lis­ti­sche Sys­tem. Schließ­lich be­trei­ben die In­nen­mi­nis­ter eine der dring­lichs­ten Auf­ga­ben des Staa­tes im Ka­pi­ta­lis­mus: Be­völ­ke­rungs­po­li­tik. Die Be­völ­ke­rung, das Hu­man­ka­pi­tal also, soll funk­tio­na­li­siert, fle­xi­bi­li­siert und op­ti­miert wer­den, ist der Staat doch exis­ten­zi­ell auf funk­tio­nie­ren­des Hu­man­ka­pi­tal an­ge­wie­sen, um in der Welt­markt­kon­kur­renz gegen an­de­re Staa­ten be­ste­hen zu kön­nen. So­lan­ge der deut­sche Stand­ort stets »ge­stärkt aus der Krise« (An­ge­la Mer­kel) her­vor­geht, er­scheint den treu­en Staats­bür­ger_in­nen eine ag­gres­si­ve Law-​and-​Or­der-​Ideo­lo­gie, sowie der na­tio­na­le Glau­ben an den ei­ge­nen Stand­ort sinn­vol­ler als die Ana­ly­se ge­sell­schaft­li­cher Struk­tu­ren und Macht­ver­hält­nis­se. Dass die ge­stei­ger­te Wirt­schafts­leis­tung des ei­ge­nen Stand­orts die wirt­schaft­li­che De­klas­sie­rung an­de­rer Stand­or­te be­deu­tet, wird al­ler­dings ge­konnt aus­ge­blen­det. Mehr noch: Mi­se­ren an­de­rer Stand­or­te wer­den in so­zi­al­chau­vi­nis­ti­scher und kul­tur­ras­sis­ti­scher Ma­nier zur Folge „ge­wis­ser Ei­gen­ar­ten“ der Kri­sen­ver­lie­rer ver­klärt. Dies zeigt sich an ak­tu­el­len ge­sell­schaft­li­chen Dis­kur­sen wie zum Bei­spiel der Grie­chen­land De­bat­te.

„Das Bun­des­kri­mi­nal­amt, Län­der­po­li­zei­en und das Bun­des­amt für Si­cher­heit und In­for­ma­ti­ons­tech­nik haben die In­itia­ti­ve zur Grün­dung von ‚In­sti­tu­tio­nal Pu­blic Pri­va­te Part­nerships‘ er­grif­fen, die die ver­schie­de­nen Ak­teu­re mit­ein­an­der ver­bin­den sol­len.“ Boris Rhein zum Ab­schluss der IMK in Frank­furt (Hes­si­scher In­nen­mi­nis­ter und Gast­ge­ber der IMK)

Mit sei­nem Ge­walt­mo­no­pol si­chert der Staat die ka­pi­ta­lis­ti­sche Pro­duk­ti­ons­wei­se, indem er sich für das Pri­vat­ei­gen­tum an Pro­duk­ti­ons­mit­teln ver­bürgt. Kon­trol­le und Herr­schaft sind aber nicht nur in der Hand des Staa­tes –“In­sti­tu­tio­nal Pu­blic Pri­va­te Part­nerships“ sind ein Bei­spiel der Zu­sam­men­ar­beit zwi­schen Staat und Un­ter­neh­men. Zwi­schen den neo­li­be­ra­len Öko­no­mi­sie­rungs-​und Pri­va­ti­sie­rungs­ten­den­zen von Bil­dung und Ge­sund­heit auf der einen Seite und dem post­mo­der­nen Out­sour­cen exe­ku­ti­ver Ge­walt auf der an­de­ren Seite liegt ein Un­ter­schied. Mit dem Out­sour­cing des Ge­walt­mo­no­pols be­droht der Staat sei­nen ei­ge­nen
Kern­be­reich und wird zur Ver­wal­tungs­in­sti­tu­ti­on. Unser In­ter­es­se aber ist es nicht den Staat und sein Ge­walt­mo­no­pol zu ret­ten. Statt­des­sen gilt es Staat, Na­ti­on und Ka­pi­tal zu über­win­den. Wir wol­len dass sich die Pro­duk­ti­ons­wei­se an den Be­dürf­nis­sen der Men­schen ori­en­tiert und nicht die Be­dürf­nis­se an der Pro­duk­ti­ons­wei­se. Der bür­ger­li­chen Flos­kel vom »Ende der Ge­schich­te« ( Fran­cis Fu­ku­yama), die den Ka­pi­ta­lis­mus als best­mög­li­che Wirt­schafts­ord­nung be­greift, be­geg­nen wir mit der Mög­lich­keit der Ver­än­de­rung, die den ge­sell­schaft­li­chen Ver­hält­nis­sen doch im­ma­nent ist.
Dem­nach bleibt uns nichts als die ra­di­ka­le Kri­tik der Ver­hält­nis­se:

Für die so­zia­le Re­vo­lu­ti­on!

Cochem: Prozess gegen Friedensaktivistis eingestellt

Cochem: Prozess gegen Friedensaktivisten eingestellt

Das Gerichtsverfahren gegen zwei Atombombengegner wegen angeblichen Hausfriedensbruches wurde heute am Amtsgericht Cochem gegen die Auflage von 60 Sozialstunden überraschend eingestellt. Hintergrund dieses Gerichtsprozesses war eine „Go In“-Aktion im August 2009 bei der der Fliegerhorst der Luftwaffe in Büchel/Eifel im Rahmen einer öffentlich angekündigten Aktion inspiziert werden sollte. „Es ist doch ein Irrsinn, dass dort Atombomben sind, obwohl die große Mehrheit der Menschen diese ablehnt“ klagte einer der Aktivisten vor dem Gericht an.

Auf dem Kasernengelände in Büchel lagern 20 US-Atombomben, die von Bundeswehrpiloten mit Tornado-Kampfjets ins Ziel geflogen werden sollen. Am Abend des 7.August 2009 befestigten Friedensaktivist_innen am Zaun der Kaserne in Anwesenheit der Presse ein Transparent mit der Aufschrift „KEINE URANWAFFEN“. Daraufhin betraten drei FriedensaktivistInnen das Militärgelände, um die im Vorfeld angekündigte zivile Inspektion der in Büchel gelagerten Massenvernichtungswaffen als ersten Schritt zur Abrüstung vorzunehmen. Dort wurden die deeskalierend auftretenden FriedensaktivistInnen sogleich von einer Feldjägerstreife festgenommen. Sie erläuterten den Feldjägern ihre Kritik an militärischer „Konfliktlösung“ und riefen die Soldaten dazu auf, im Ernstfall einen völkerrechtswidrigen Befehl zum Atombombenabwurf zu verweigern.

Eine Gegnerin der Atombomben kommentierte die Anklage vor Gericht mit den Worten, dass „wohl eine öffentlichkeitswirksame Kritik an diesen menschenverachtenden Waffen in diesem Staat nicht vorgesehen ist. “ Da die zwei Angeklagten dies nicht hinnehmen wollten, widersprachen sie den Strafbefehlen in Höhe von 50 Tagessätzen. Darüber hinaus stellt sich die Frage ob Gesetze die theoretisch Protest und Widerstand legalisieren wie z.B. das Versammlungsrecht der Rechtfertigende Notstand (§34StGB) lediglich eine Alibifunktion erfüllen, um Herrschaft zu verschleiern und der Bevölkerung das Gefühl von Freiheit und Selbstbestimmung zu vermitteln.

Das Spektakel begann dabei schon vor dem Gericht, wo die Angeklagten durch Großpuppen unterstützt wurden. Weitere UnterstützerInnen schrieben mit Kreide Atomwaffen- und justizkritische Sprüche vor das Gericht und erklärten sich durch Transparenten solidarisch. Doch damit nicht genug: Das Publikum mischte sich auch immer wieder kritisch in den Prozess ein. Nach dem Verlesen der Anklageschrift erkundigte sich der Staatsanwalt, ob er auf das Verlesen der zweiten Anklageschrift verzichten könne, da diese bis auf den Namen wortgleich mit der ersten sei. Darauf ertönte aus dem Publikum: „Können wir auf die Anklage nicht ganz verzichten?“ Außerdem nutzten die beiden Angeklagten u.a. die Einlassungen, um ihre grundsätzliche Kritik an Militär und im besonderen an Atomwaffen zum Ausdruck zu bringen. Dabei sollte eine Kritik an der Justiz nicht fehlen: Grundsätzlich diene Recht der Aufrechterhaltung der Privilegien von Eliten und ihrer Durchsetzung gegen Widerstand. Dem konnte selbst der Richter nicht widersprechen: „Ich darf das nicht diskutieren. Und ich will das auch nicht diskutieren!“

Nach etwa einer halben Stunde Verhandlung kündigte sich die Wendung an. Der Anwalt eines der Angeklagten betonte, dass die Angeklagten aus ehrenwerten Motiven mit dem Gesetz in Konflikt geraten seien, dass es ihnen nicht um eine Bereicherung gegangen sei. Die Angeklagten hätten vielmehr in einer sehr symbolischen Art und Weise auf ein gesellschaftliches Problem aufmerksam gemacht. Dem konnte sich der Richter anschließen, und schlug eine Einstellung wegen „geringer Schuld“ vor, zumal die Tat zwei Jahre zurückliege. Und da die Angeklagten als Studenten nur ein geringes Einkommen hätten, seien 60 Arbeitsstunden angebrachter als eine Geldzahlung als Einstellungsauflage. Dem konnte sich der Staatsanwalt auch anschließen. „Es scheint dem Protest in den letzten Jahren gelungen zu sein, das Thema der in der Eifel gelagerten Atomwaffen so weit ins öffentliche Bewusstsein zu rufen, dass stumpfes Verurteilen den Eliten nicht mehr als geeignetes Mittel erscheint, ihre Interessen abzusichern!“ kommentierte dies ein Prozessbeobachter.

Nach dem Prozess meinten aber zwei Waffenträger in Uniform, dass sie noch unbedingt drei Aktivistinnen zum Putzen des Gerichts verdonnern müssten. Damit wollten sie wohl durch das Umsetzen heteronormativer Standards Herrschaft sichern, indem einer der Polizeibeamten zwei Aktivistinnen an ihren Rucksäcken herumzog und die „Mädschen“ zum Putzen zwingen wollte. Diese Ablenkung der Staatsdiener wurde genutzt, um ein weiteres Soli-Transparent gut sichtbar am Gericht anzubringen: „Ätsch, Repression kann zu politischen Engagement führen!“ kommentierte dies eine ProzessbeobachterIn.

Weitere Infos unter http://bye-bye-voelkerrecht.blogspot.com/

Cochem: Mars-TV sendet zu Atomwaffen

Mars-TV sendet zu Atomwaffen

In der verschlafenen Ecke der äußersten Provinz der Galaxis liegt der nahezu unerforschte Ort Cochem. Hier landete am Samstag Mittag ein Reporterteam von Mars-TV. Aufgrund des Gerichtsprozesses gegen zwei Atombombenkritiker, der im örtlichen Amtsgericht am Montag dem 24.10.2011 stattfinden wird, versuchten die außerirdischen Reporter einen Überblick über die spannende Frage, warum es hier eigentlich Atombomben gibt, zu bekommen. Als endlich Kontakt zu humanoiden Lebensformen aufgebaut werden konnte, fiel als allererstes auf, dass an diesem Ort doch Menschen aus vielen Teilen der Welt herumliefen.Die ersten Antworten waren nicht sehr aufschlussreich. Alle anderen auch nicht.
Die Erklärungen reichten von „Ohne Atombomben geht das Licht aus, weil auch dann kein Strom mehr“, über die Begründung eines ehemaligen Fremdenlegionärs, der meinte, dass Atombomben da sind, weil Leute wie er nicht auf sich selber aufpassen könnten, bis zur religiösen Begründung des Bösen im Allgemeinen und Ganzen in der Welt. Interessanterweise wusste die Mehrheit der Interviewten überhaupt nichts von Atombomben in ihrer näheren Umgebung oder warum es diese überhaupt gibt. Als sie dann erfuhren, dass es direkt hier in der Eifel Atombomben gibt, fanden sie das dann nicht gut. Als sie dann noch erfuhren, dass Menschen wegen Aktionen, die Atombomben kritisieren, bestraft werden sollen und deswegen am Montag einen Gerichtsprozess in Cochem haben werden, war klar, dass diese Menschen doch freigesprochen und sogar eher belobigt oder ausgezeichnet werden sollten!

Am Ende empörte sich eine weitere, sich als höchst intelligent herausstellende, Spezies. „ Es sollten doch mittlerweile wirklich alle wissen, dass Atomwaffen totale Kackscheisse sind und deshalb abgeschafft gehören! Außerdem sollten doch gefälligst möglichst viel der Menschen am Montag zum Prozess kommen und den Angeklagte unterstützen“, schnatterte der höchst intelligente Schwan und watschelte kopfschüttelnd davon.

Mehr Infos:
http://bye-bye-voelkerrecht.blogspot.com/

Aktionen + Termine

Repression gegen Versammlungsfreiheit! – Prozess 19.12.2012 in Mainz

Aufruf zur Prozess-Unterstützung im Zusammenhang mit der Revolutionären 1. Mai Demo Berlin
– junger Aktivisti aus Mainz steht vor Gericht!

Prozesstermin
Mittwoch 19.12.2012, 14:45 Uhr
Amtsgericht Mainz

Saal 113 1.OG
Dieter-von-Isenburg Straße, Gebäude A

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    FREIRAUMDEMO

    Wir nehmen uns was wir brauchen! Linke Zentren verteidigen, soziales Wohnen möglich machen!

    13. Oktober 2012

    15 Uhr

    Hauptbahnhof Frankfurt

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    Gude Mukke und lecker Essen!

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    Sa. 28. April um 21 Uhr im Haus Mainusch
    (Staudinger Weg 23, Mainz)

    es gibt Soli-Cocktails und vegane Leckereien
    und selbstverständlich tolle Mukke mit DJ Skaot!

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    Gerichtsprozess gegen Flughafenausbaugegner

    Auch im neuen Jahr muss sich wieder ein Mensch wegen seinem Engagement gegen den Flughafenausbau vor Gericht verantworten. Er soll laut Tatvorwurf während einer Solidaritäts-Aktion, am Rande eines Prozess gegen einen Flughafenausbaugegner vor dem Mainzer Landgericht, einen Justizbeamten gegen das Bein getreten haben. Der Angeklagte erhielt einen Strafbefehl über 90 Tagessätze wegen Körperverletzung. Die Beweislage ist aber äußerst dünn. Es liegt der Verdacht nahe, dass es vor allem darum geht, Menschen abzuschrecken, die sich mit den von der Justiz verfolgten AusbaugegnerInnen solidarisieren. Kommt zum Prozess und zeigt, dass diese Rechnung nicht aufgeht!

    Datum: Donnerstag, 05. 01. 2012
    Ort: Amtsgericht Mainz, Saal 209, Gebäude A; Diether von Isenburg Strasse
    Uhrzeit: 9.00 Uhr

    Als Vorbereitung wird Ende nächster Woche ein offenes Prozesstraining in Mainz stattfinden. Ziel des Trainings ist es, aus strukturell vorgesehener UnMündigkeit herauszutreten, um in einer repressiven Situation, wie z.B. der konkreten Ladung vor Gericht, durch vermehrte Optionen zu erfolgreicherer Handlungsfähigkeit zu gelangen.

    Wann? Donnerstag, der 22. und Freitag, der 23.Dezember 2011
    Wo? PENg-LAND, Rheinallee 79-81; 55118 Mainz
    Wieviel Uhr? Donnerstag: ab 12 Uhr, Freitag 10 Uhr bis 16 Uhr

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    Gegen die IMK und ihre Freund*innen

    03. De­zember 2011:
    Bun­des­wei­te De­mons­tra­ti­on gegen die IMK – Wiesbaden

    05.-09. De­zember 2011: Ak­ti­ons­ta­ge gegen die IMK

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    04.12.2011

    Workshop
    Polizeikontakt – kreative Antirepression

    12-16 Uhr HAUS MAINUSCH (Staudinger Weg 23, Mainz)

    Lesung mit Hauke Thoroe
    >Herrschaftskritik: Analysen – Aktionen – Alternativen<

    Zur Kritik an Herrschaft, vom Staat bis zur Gruppe.

    19 Uhr SABOT (Dotzheimerstraße. 37, Wiesbaden)

    Im Buch werden Herrschaft und die verschiedensten Ausprägungen von Herrschaft im Alltag analysiert. Der Autor greift auf langjährige Erfahrung in politischer Bewegung zurück und äußert mitunter auch deutliche Kritik an politischer Bewegung, weil sich auch dort immer wieder Akteure unreflektiert positiv auf Herrschaft beziehen. Neben anschaulichen Beispielen aus politischer Praxis und Alltag zeigt das Werk auch Ansätze für Veränderung und Möglichkeiten, sich gegen Herrschaft zur Wehr zu setzen und einen alternativen, möglichst herrschaftsarmen Umgang miteinander zu entwickeln.

    04.12.2011

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    Gerichtsprozess
    Essen darf nur, wer Geld hat!
    „Mundraub“ – Prozess

    eingestellt!

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    Cochem: Gerichtsprozess gegen Atomwaffengegner

    24.10.2011 11 Uhr Gerichtsprozess Cochem!

    Eingestellt worden! – Danke für die Unterstützung!

    Mehr Infos: bye-bye-voelkerrecht.blogspot.com !

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    no g20

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    no g20 – Die Krise heißt Ka­pi­ta­lis­mus

    DEMONSTRATION // 5.11.2011 // Freiburg // Platz der alten Synagoge

Revolution. Wenn nicht jetzt, wann dann?

Ein meiner Meinung nach treffender Text zur derzeitigen Krisen- und Revoltenstimmung:

Weltuntergangsstimmung(?)

linksunten.indymedia.org
Verfasst von: Signifikant. Verfasst am: 18.10.2011 – 19:10.

In letzter Zeit häufen sich in unterschiedlichen linken- wie auch Mainstreammedien sehr pessimistische Artikel, die eine Art Weltuntergangsstimmung herraufbeschwören – wenn auch aus unterschiedlichen Gründen. Doch diese Einschätzung ist äuserst einseitig und trägt sicherlich nicht zu einer Veränderung der gegebenen Lebensumstände bei.

Immer wieder die selben Texte, die selben Bilder. Demonstrationen vor den Finanzplätzen dieser Welt, große Camps an den Füßen der Wolkenkarzer des Finanzsystems.

Kinder, die für sich keine Chancen mehr sehen, in der Welt, die seit ihren Ureltern so geprägt wurde wie sie heute ist. Mitvierziger, die, nur um sich selbst besorgt, um ihre Ersparnisse fürchten. Alte und Rentner, die mit ihren Minimalrenten kaum noch über die Runden kommen.

Spätestens seit ein paar Tagen dämmert es vielen unter uns: Die Welt, in der wir leben, sie geht unter. Sicher geglaubte Werte und Normen sind plötzlich wertlos, wenn selbst die Politiker aller Couleur die Proteste loben. Es scheint nur noch eine willenlose Masse zu geben, die, getrieben von ihrem Überlebensinstinkt, vor dem durch ihr eigenes Versagen ausgelösten System davonläuft. Aber sie kann nicht entkommen, denn das System umgibt sie vollkommen. Sie läuft immerzu im Kreis ohne es zu bemerken.

Mutlosigkeit macht sich breit. Niemand kann dem Druck des Systems standhalten, keiner wagt es auszuscheren, aus Angst, danach schlechter dazustehen. Entsetzt über die Kraftlosigkeit der eigenen Versuche sind die wenigsten, der größte Teil der Bevölkerung nimmt Alles so hin, wie es kommt. Gleichgültigkeit beherrscht die Massen genauso, wie ihr Streben nach Erfolg. Gleichgültig gegenüber alldem, was uns nicht selbst betrifft, verfolgen wir abgestumpft die Bilder von verhungernden Kindern in Afrika, von den Folterern in den Gefängnissen dieser Welt. Einzig unser Streben nach Erfolg hält uns am Leben, weil jeder besitzen will und zwar mehr als die anderen. Doch dieser Erfolg bleibt nicht lange erhalten, einmal errungen verfliegt er sofort wieder; es gibt andere, die mehr haben. Wir drehen uns im Kreis. Und um uns herum dreht sich das System.

Und gerade deshalb dürfen wir nicht den Willen verlieren. Müssen wir uns den Mut zu kämpfen bewahren. Wer, wenn nicht wir? Und wann wenn nicht jetzt? Das sind die entscheidenden Fragen!

Die Ordnung, so wie wir sie kennen, so wie sie seit knapp 150 Jahren war, sie bricht zusammen. Die Banken versagen, die überschuldeten Länder zerstören ihre eigene Wirtschaft, der Sozialstaat wird abgeschafft. Die Staaten im Osten erstarken, die Ordung des Westens wackelt.

Heute stehen wir da, wo wir nach der Wirtschaftskrise ’29 schon einmal standen. Nur sind heute die Mittel nicht so verteilt wie damals. Damals konnten die Staaten des Westens sich fangen – und brachten faschistische Gesellschaften wie die Francos und Hitlers hervor.

Doch dieses Mal werden sie sich nicht fangen können. Die Welt des Westens wird sich Radikal verändern.

Ob zum Besseren, das liegt an uns.

Und deshalb müssen wir aktiv bleiben, allem Pessimismus zum Trotz.

Deshalb müssen weiter politisch arbeiten, dürfen uns nicht von kleinlichen Auseinandersetzungen spalten lassen, sondern müssen unsere Schlagkraft bündeln!

Deshalb müssen wir uns weiterbilden, Aktionen machen, herauskommen aus unseren Löchern!

Deshalb müssen wir unsere Positionen in die Öffentlichkeit tragen und Mitstreiter suchen!

Aus den Trümmern der alten Gesellschaft kann sich etwas neues bilden, etwas radikal anderes. Es liegt in unserer Hand.

Für eine emanzipierte Gesellschaft. In welcher Form sie denn sein mag.