Balkan-Beats-Soli-Party gegen Repression!

Balkan-Beats-Soli-Party gegen Repression!

Sa. 28. April um 21 Uhr im Haus Mainusch (Staudinger Weg 23, Mainz)

es gibt Soli-Cocktails und vegane Leckereien
und selbstverständlich tolle Mukke mit DJ Skaot!

Antirepressionsarbeit verursacht Kosten.

Im Rahmen der Kämpfe um Freiräume in Warschau sind jetzt zwei Aktivisten wegen Körperverletzung gegen eine Polizeibeamtin angeklagt. Mit aus der Luft gegriffenen Vorwürfen wird hier versucht den Kampf um Freiräume zu kriminalisieren und politisch unbequeme Menschen soweit zu schikanieren, dass ihr Engagement gebrochen wird. Repression soll vor allem lähmen, unfähig machen sich zu wehren und politisches Engagement verhindern. Damit diese Repression ins Leere verläuft und wir unsere Handlungsfähigkeit behalten braucht es Solidarität. Lassen wir Vereinzelung nicht zu! Wir stehen solidarisch hinter unseren Genossen. Deshalb gilt am 28. April: Feiern statt Angst! Kommt zur Balkan Beats Party habt einen schönen Abend, schwingt das Tanzbein und zeigt, dass Solidarität eine Waffe ist!

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Das Haus Mainusch

Ein kleines, selbstverwaltetes Haus auf dem Uni Campus Mainz versucht, sich seine widerständische Praxis zu erhalten! Neben dem Haus befindet sich zudem ein Bauwagenplatz. Das Haus Mainusch soll ein Ort sein, der allen eine Plattform bietet, sich mit einzubringen und seine/ihre Umwelt kulturell mitzugestalten. Es soll die Möglichkeiten eröffnen, Erfahrungen in Selbstorganisation von Projekten oder Veranstaltungen zu sammeln. Drei Räume bieten Platz für selbstorganisierte Lesungen, Vorträge, Workshops, Ausstellungen, Konzerte, Partys, Kneipenabende, Filmabende oder für das Arbeiten an Projekten und Veranstaltungen von verschiedenen politischen Gruppen. Die Räume sind verfügbar für jede*jeden, der*die die kulturelle Vielfalt mitgestalten möchte. Zudem ist es ein ständiger Versuch einen Raum frei von Rassismus, Antisemitismus, Sexismus, Lookismus sowie frei von Homophobie zu schaffen. Es soll um die einzelnen Menschen, ihre Fähigkeiten und ihre Kreativität gehen.
Während des Semesters organisieren verschieden zusammengewürfelte Köch*innen-Teams von montags bis freitags leckeres veganes Essen.

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Das Haus Mainusch in Gefahr!

Die Uni versuchte schon seit längerem, dem Haus Mainusch den Vertrag zu kündigen, scheiterte jedoch immer wieder an Formalitäten. Seit Herbst 2011 ist jedoch der Fortbestand des Hauses in Gefahr. Die Universität und der AStA haben den alten Mietvertrag zum Dezember 2012 gekündigt. Nun drohen dem Haus immense Mieterhöhungen, sowie nur noch kurze Vertragslaufzeiten. Der Grund dafür ist, dass die Uni an der Fläche, auf der jetzt das Haus steht, als Bauland interessiert ist. Mit der drohenden Mieterhöhung könnte das Projekt nicht mehr in jetziger Form weiterexistieren. Es wäre gezwungen zu einem ganz normalen kommerziellen Raum zu werden, was praktisch das Ende der Idee Haus Mainusch wäre. Würde es diese Transformation ablehnen, könnte sehr bald die Miete nicht mehr bezahlt werden und die Uni hätte ihr Bauland. Bisher gab es auch keine ernstzunehmenden Alternativ-Angebote von Seiten der Uni.
Wir akzeptieren es nicht, dass einer der letzten Freiräume in Mainz nun dem Bebauungsplan der Uni zum Opfer fallen sollen.

Das Haus Mainusch muss bleiben!

Wer sich für die Situation des Mainusch näher interessiert oder wer hier selbst aktiv werden möchte, kann jeden ersten und jeden dritten Mittwoch im Monat gern beim Plenum vorbeischauen. Das Plenum findet jeweils um 20 Uhr im Haus Mainusch, Staudinger Weg 23, Mainz statt.

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Das theatrale Moment und Kommunikation gegen die Urteilsfabrik:
Zum Prozess gegen Flughafenausbau-Gegner in Mainz

Am 5.Januar um 9 Uhr war die Verhandlung gegen einen Flughafenausbaugegner, wegen dem Vorwurf der Körperverletzung gegen einen Justizangestellten, angesetzt.
Diese angebliche Körperverletzung soll nach einer Verhandlung eines offensiv geführten Prozesses gegen einen Aktivisten, der wegen einer Abseilaktion im Rahmen des Widerstands gegen den Ausbau des Frankfurter Flughafens vor Gericht stand, geschehen sein. Es soll bei einer Auseinandersetzung um Kreidemalereien zum Thema Flughafenausbau zu einem Tritt gekommen sein.

Also wurde am Morgen des 5. Januar 2012 zuerst die Treppe am Seiteneingang des Gerichtes wieder mit Kreide beschriftet und ausgedrückt, was von Fraport zu halten ist, bzw. mit welchen Begriffen die FRAPORT AG zu assoziieren ist: Von FLUGLÄRM, UMWELTSCHÄDEN und KLIMAWANDEL, bis zu ABSCHIEBUNGEN, BILLIGLÖHNEN und REPRESSION gegen Flughafenausbaugegner_innen.
Kommentiert wurde die Szenerie diesmal mit einem großen Spruch auf dem Gehweg: „IHR KRIEGT UNS NICHT KLEIN!“
Zudem wurde der Stellenwert von Gerichten in diesem Zusammenhang klargestellt: „Gerichte sind zum Essen da!“ Denn gerade zum Thema Flughafenausbau haben diese sich in der Vergangenheit für nichts nennenswert Anderes als nützlich erwiesen. Schließlich steht trotz Klagewelle gegen die Fraport AG die neue Landebahn Nordwest.
Ganz im Gegenteil. Die Rechtstaatsgläubigkeit so vieler und deren Vertrauen in die Gerichte und die Lokal- und Landespolitiker_innen hat u.a. einen breiten Widerstand verhindert! Viele Menschen meinten dadurch im Vorfeld nicht selbst aktiv werden zu müssen und ihre Verantwortung an die entsprechenden Institutionen delegiert zu haben statt eigenverantwortlich für ihre Gesundheit und ein gutes Leben einzutreten, würde sie schon vor negativen Auswirkungen des Ausbaus, oder vor dem Ausbau selbst bewahren. Doch jetzt ist allgemein offensichtlich, dass eintritt, wovor die Aktivist_innen gewarnt haben.
Lärm und Luftverpestung machen immer mehr Menschen krank. Und alle wissen: Das Ausmaß wird noch schlimmer.

Täglich begeht die Fraport AG Körperverletzung durch Lärm. Doch wenn die Bewohner der anliegenden Gemeinden mit einer geringeren Lebenserwartung rechnen müssen, scheint das als Kollateralschaden zu gelten.

Kurz vor neun wurde dann versucht in einer Gruppe von mehr als 20 Unterstützer_innen und dem Angeklagten den Gerichtssaal aufzusuchen, in dem die Verhandlung stattfinden sollte.
Das gestaltete sich allerdings schwierig, da Mitarbeiter_innen am Gericht kreative politische Aktionen wohl für so gefährlich halten, dass jede_r einzelne, der auch nur annähernd als Unterstützer_in (oder „Öffentlichkeit“) in diesem Fall zugeordnet wurde (Deutungsmacht hatten hier natürlich die Beamt_innen/Justizangestellten) sich bei Betreten des Gerichtsgebäudes einer Körperbetatschung aussetzen musste, um gefährliche Utensilien wie Konfetti, Luftschlangen oder Straßenmalkreide ausfindig zu machen und sicher zu stellen. Zudem wurden die Taschen, in denen Mensch seine privaten Sachen mit sich trug, durchsucht und von nahezu allen die Personalien festgestellt. Wer keinen Ausweis dabei hatte, kam gar nicht erst rein.

Die ersten Zuschauer_innen hatten es dann bis viertel nach neun doch in den Gerichtssaal geschafft und konnten der bereits genervten Richterin ausrichten, dass der Angeklagte zwar bereits pünktlich am Gericht war, jedoch die Kontrollen am Eingang so zeitaufwändig wären, dass er noch nicht an die Reihe gekommen sei. Die Richterin vertrieb sich die Zeit, indem sie einen jugendlich wirkenden Menschen im Zuschauerbereich erzieherisch darauf hinzuweisen versuchte, dass es normalerweise üblich sei aufzustehen beim Eintreten „des Richters“ und keine Mützen im Gericht zu tragen. Das hätte, ihrer Ansicht nach, etwas mit Höflichkeit zu tun: „Wie in der Schule“, meinte sie, könne der junge Mensch hier was lernen.
Dass das Ritual des Aufstehens im Gerichtssaal eher etwas mit ritueller Festigung von Hierarchien durch die damit ausgedrückte Unterwerfung die Autorität „des erkennenden Richters“ zu tun hätte, wie früher das Aufstehen vor dem Lehrer die Unterwerfung unter seine Autorität bedeutete (der hätte einen sonst ja auch mit dem Rohrstock gezüchtigt), erläuterte sie dabei nicht.
Dabei duzte sie die angesprochene Person anfangs ganz selbstverständlich, was auf Protest der weiteren Zuschauer_innen stieß. Die Richterin rechtfertigte ihre Ausdrucksweise damit, dass die Person „so klein“ sei.
Der Angeklagte brauchte noch einige Zeit durch die Kontrollen, was die Richterin veranlasste die fortschreitende Zeit mit weiteren Kinder-diskriminierenden Äußerungen und Erziehungsversuchen des Publikums zu verbringen. Sie verließ den Saal häufiger um in Erfahrung zu bringen, warum das denn so lange dauere, und beschloss sich schließlich selbst auf die Suche nach dem Angeklagten zu machen. Sie fand ihn dann auch beim durchsucht werden durch die Justizangestellten in der Eingangskontrolle. Beim Zurückkehren in den Saal bestand sie in erzieherischer Strenge erneut darauf, dass sich das Publikum erheben solle – das dritte Mal an diesem Morgen. Aufstehen –setzen, aufstehen – setzen, aufstehen – setzen. Ein erhellendes Beispiel der Antiquiertheit von Gerichten, in dem offensichtlich wird, wie wertkonservativ und stur in die Vergangenheit gerichtet das in vielen Bevölkerungsschichten nahezu religiös verehrte Konzept der Gerichte doch ist.

Nun betrat der Angeklagte den Saal. Auf der Bühne, die sonst nur dem Schauspiel des Zelebrierens des Rechtsstaates und seiner „erkennenden Richter“_innen dient (und den damit verbundenen klaren Hierarchien und Herrschaftsausübungen), unternahm er direkt erste Schritte gegen den „Straf-Bazillus“ in diesem Gebäude. U.a. durch das Einwickeln seines zugewiesenen Stuhles in eine spezielle Folie als notwendige Schutzmaßnahme, ergriff er die ersten Maßnahmen um einer Infektion zu entgehen. Während er seine benötigten Utensilien auf dem Tisch vor sich noch aufbaute, musste er die Richterin schon darauf hinweisen, dass er sich in diesem Fall selbst verteidigen werde, da diese nun drängelte endlich anzufangen.

Er verlangte nach Erklärungen der Situation und wollte klarstellen, dass er Juristensprache ablehne, da diese nicht zur Kommunikation zwischen Menschen da sei, sondern um Menschen zu verwalten.

Die Richterin ließ sich aber nicht abbringen von ihrem Vorhaben den Angeklagten in einer bestimmten Zeit ökonomisch abgeurteilt zu haben und versuchte wieder Tempo in den Ablauf des Prozesses zu bekommen. Doch sie konnte nicht verhindern, dass weiterhin grundsätzliche Fragen aufgeworfen wurden. Der Angeklagte lehnte bei der Personalienfeststellung das Konzept der ständigen, zweifelsfreien Identifizierbarkeit durch ein Leben lang feststehende Namen ab. Er wolle sich nicht auf die Identifizierbarkeit für Verwaltungszwecke reduzieren lassen, sondern als Mensch wahrgenommen werden.

Auch ihre Versuche das Ganze versöhnlich-autoritär zu entschärfen, scheiterten, als sie meinte in ihrer Dienstzeit nicht mit dem Angeklagten über Philosophisches diskutieren zu können, privat dafür aber gerne zur Verfügung stehen würde.

Die Aufrechterhaltung einer gewissen Rest-Ordnung im Ablauf der Verhandlung und im Gerichtssaal wurde für sie zunehmend schwerer, da auch die Zuschauer_innen immer energischer versuchten, sich in das Geschehen kommunikativ mit einzubringen.

„Sie sind ein Kind, Sie haben still zu sein!“, gab es da als Reaktion der Richterin zu hören, indem sie den Faden zu den zu Beginn fallen gelassenen Kinder-diskriminierenden Äußerungen wieder aufnahm, um ihre Autorität doch noch irgendwie klar zu stellen.

Nach mehrfach fehlgeschlagenen Versuchen den Strafbefehl zu verlesen, drohte die Staatsanwältin dem Angeklagten mit Ordnungsgeld, wenn er sie nochmals unterbrechen sollte. Der jedoch ließ sich nicht beirren und entgegnete, dass der Prozess, nur weil die Richterin und die Staatsanwältin einen durch sie bestimmten Ablauf gewohnt seien, das noch lange nicht so stattfinden müsse. Der Versuch den Angeklagten in vorgesehener Zeit abzuurteilen, wurde in seiner Realisierbarkeit immer unwahrscheinlicher, da sich der Angeklagte nicht einschüchtern ließ und auf seinen Rechten bestand.

Die Staatsanwältin konnte das formell korrekte Beantragen einer Emo-Runde durch den Angeklagten nicht abwenden. Schon zum Verlesen des Strafbefehls stehend, verharrte sie wie paralysiert und ließ sich vom Angeklagten die ausführliche Begründung für den Antrag vorlesen. Auch das Beharren darauf, dass der Emo-Runden-Antrag nicht durchginge, weil sich an die StPO gehalten werden müsse, brachte nicht mehr viel. So versuchte sie das Verhalten von Angeklagtem und Publikum zu entpolitisieren, indem sie erklärte die Sitzung sei keine Faschings-Sitzung.

Nach dem Verlesen des Strafbefehls hatte Richterin endgültig keine Lust mehr. Mit der Einsicht, dass sie hier nicht weiterkomme und der Bestätigung dieser Einschätzung durch die Staatsanwältin beendete sie die Sitzung und setzte die Verhandlung ab. Sie beschloss einen neuen Termin anzusetzen und sich vorher noch einmal gründlich zu überlegen, wie das Ganze denn weitergehen könne. „Richter sind auch nur Menschen“ merkte sie noch an, bevor sie den Saal verließ, ohne darauf zu achten, ob dabei irgendwer aufsteht.
An dieser Stelle ist klar zu stellen, dass die Richterin in diesem Verfahren kein einziges Mal als Mensch Ziel der Kritik war, sondern ihr Handeln in ihrer Rolle.
Die Richterin wurde in ihrer Rolle und Funktion und als Richterin kritisiert, nicht als Mensch angegriffen!

„Dass aber die Gerichte beauftragt sind, nach oft fragwürdigen Gesetzen zu urteilen und zwar häufig als politisches Sanktionsmittel und ohne mit den menschlichen Folgen konfrontiert zu sein, wird allgemein für völlig normal genommen.“ kommentierte ein Zuschauer diese Bemerkung der Richterin.

Als sie ihre Robe abgelegt hatte, versuchte sie ein letztes Mal den Saal vorm totalen Chaos zu bewahren, indem sie Aktivist_innen davon zu überzeugen versuchte, nicht auf dem Platz der Staatsanwältin (die bereits türknallend den Rückzug aus dem Saal ergriffen hatte) Gericht zu spielen. Als sich schließlich auch mehrere Justizwachtmeister einmischten, verwandelte sich der Gerichtssaal in einen Abenteuer-Spielplatz. Fantasie und Kreativität übernahmen den Raum: Die Angeklagten-Bank wurde zu einem Schiff und das Saal-Mikro wurde gesangstechnisch auf seine Nutzbarkeit überprüft.

Die Richterin wünschte allen Beteiligten viel Spaß beim Erwachsenwerden und verließ endgültig den Spielplatz Gerichtssaal.

Fazit:

„Strafandrohung ist staatlicher Terror. Terror soll Angst erzeugen. Angst wird durch Handlungskompetenz überwunden. Menschenwürde und das tatsächliche freie Äußern von Meinungen sind Strategien gegen staatlichen Terror.“(…) „Solidarität und subversiver Einfallsreichtum, sind die Gegenmittel.“

So wurde die Strategie der offensiven Prozessführung in einem Aufruf zum Prozess beworben.
Der Prozessverlauf bis hierhin ist somit als Erfolg zu werten: Im Mittelpunkt stand die Kommunikation von Mensch zu Mensch, statt dem grauen Gerichtsalltag in der Straf-Urteils-Fabrik.
Durch das Aufbrechen des normalen Gerichtsprozessablaufes und der einfallsreichen Varianten verschiedener Kommunikationsweisen entstand ein Moment, in dem Streitkultur stattfand, statt strikten Hierarchien zwischen Roben-, Uniformträger_innen und allen anderen Beteiligten.
Das alles durch Begegnen von Repression mit Kreativität und dem Nutzen theatraler bis kabarettistischer Elemente. So wurde es hier möglich grundlegende, unhinterfragte Strukturen der Herrschaftssicherung zu unterlaufen, zu blockieren und sie einen kurzen Moment lang umzuwandeln in eine Annäherung an Kommunikation zwischen Menschen.

Mehr Infos auf dem Wald-Blog

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03.12.2011 Polizeigroßaufgebot von linker Demo begleitet

Am 03.12.2011 fand wie angekündigt die Demonstration gegen die Innenministerkonferenz in Wiesbaden statt.
Leider beteiligten sich nur ca. 230 Menschen, begleitet von einem Großaufgebot der Polizei.

Die Demonstration begann am Hauptbahnhof Wiesbaden und lief den geplanten Weg ohne Zwischenfälle, jedoch begleitet von einem massiven Polizeiaufgebot.
Während der Demonstration wurden den vor allen Dingen vor-weihnachtlichen Shopper_innen einiges geboten: Neben dem Abspielen des Jingles, der den Anlass der Demonstration wiedergab, wurden auf mehreren Kundgebungen Redebeiträge von den Gruppen C², Animawi, AG K.A.R.O., dem Kritischen Kollektiv, Turn Left und dem Antifa AK Köln gehalten. Diese befassten sich unter anderem kritisch mit den Themen Repression und Polizeigewalt, Extremismusdoktrin, Überwachung und Abschiebepolitik, um gleichzeitig für eine positive Umwälzung der Verhältnisse als Bedingung für eine wirklich emanzipierte Gesellschaft zu werben.
Die Polizei zog sich durch eine unglaublich überzogene Präsenz von mehreren Hundertschaften und entsprechend vielen Fahrzeugen den Unmut der Passant_innen zu. Es rief auch einiges Erstaunen hervor, dass eine Gruppe „netter, junger Leute“ von einem derartigen Polizeiaufgebot begleitet wird, während sie laute Musik spielen, um für ein schöneres Leben ohne Repressionen einzustehen Die Polizei machte allerdings nicht die eigene Unflexibilität zur Ursache, sondern eine „Großdemonstration“, wegen der die halbe Innenstadt für sechs Stunden blockiert werden müsse. Allerdings war die eigentliche Ursache in Form von einem Polizeikonvoi, der die Straßen bis zu einem Kilometer hinter der Demo verstopfte, für alle offensichtlich.
Außerdem zeigte sich die Polizei unfähig ihren Absprachen nachzukommen. So wurde von der Demoleitung und der Einsatzleitung mehrfach eingefordert, das Fotografieren und Filmen durch die Beamt_innen mit Privathandys einzustellen, wobei sich die Einsatzleitung deutlich überfordert zeigte , die eigenen Leute im Griff zu behalten.
Nach der letzten Kundgebung wurde vereinzelt Pyrotechnik aus der Demo heraus gezündet. Sofort tauchten behelmte BFE-Einheiten auf und versuchten in die Demo einzudringen. Als durchgesagt wurde, dass die Demonstration am parallel stattfindenden Polizeiball vorbei laufen würde, wurden alle verfügbaren Beamt_innen in Schutzbekleidung in 4er-Reihen um die Demo postiert. Nach einer kurzen Rangelei, bei der es für einige Teilnehmende Pfefferspray ins Gesicht gab, lief die Demo weiter zurück zum Hauptbahnhof.
Nach der Abschlusskundgebung löste sich die Versammlung auf, nachdem auch die Polizei sich zurückzog.
Fazit: Das Anliegen der Demonstrationen wurde durch die anwesenden Sicherheitsbehörden so plakativ gezeigt, dass es selbst den Passant_innen einleuchtete, dass staatliche Repressionen nicht der Sicherheit der Menschen, sondern des Staates und seiner Interessen gelten. Eine Demo in Wiesbaden ist möglich. Solange sie so läuft, wie die Polizei sie haben will.

animawi.blogsport.de

Kreative Aktion gegen die IMK Wiesbaden

Am Nachmittag des 7. Dezember 2011 machten mehrere Aktivist_innen in der Wiesbadener Innenstadt durch kreative Aktionen auf die am selben Mittwoch in Wiesbaden gestartete Innenministerkonferenz (IMK) aufmerksam. Mit Kreide wurde in der Fußgängerzone symbolisch die „Festung Europa“ auf die Straße gemalt und sämtliche Passant_innen, die versuchten die Grenzen zu überwinden oder sich gar innerhalb der Grenzen frei zu bewegen wurden auf wirtschaftliche Verwertbarkeit überprüft. Wer seine_ihre Nützlichkeit für den Standort nicht ad hoc beweisen konnte, wurde sofort aus dem Bereich entfernt und über die Außengrenzen Europas abgeschoben. Diese Grenzen waren auf dem Pflaster kommentiert mit Sprüchen, die darauf hinwiesen, dass die realen EU-Außengrenzen regelmäßig Menschenleben kosten. Deren Zweck ist es den materiellen Wohlstand der westlichen kapitalistischen Nationalstaaten zu wahren und sämtliche anderen von der Teilhabe an diesem Wohlstand abzuhalten. Zusätzlich wurden an die Passant_innen und an Interessierte Flyer zur Aufklärung über die Innenministerkonferenz und deren eigentlichen Zweck verteilt. Die hier diskutierten Anliegen haben nichts mit der Sicherheit der Menschen zu tun. Es geht um die Sicherung von Herrschaftsverhältnissen, in denen es wenigen Menschen gestattet ist eine Unmenge an Dingen anzuhäufen und anderen, die nur wenig haben, den Zugang zu diesen angehäuften Sachen zu verwehren.

http://de.indymedia.org/2011/12/321487.shtml
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„Mundraub“ – Prozess

Gerichtsprozess

Essen darf nur, wer Geld hat

Prozess eingestellt!

Einer Person wurde vorgeworfen, in einem Supermarkt Lebensmittel im Wert von 6,76 Euro gestohlen zu haben.

Mehr Infos: OhneKampfKeinMampf.blogsport.de

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04.12.2011

Workshop
Polizeikontakt – kreative Antirepression

12-16 Uhr HAUS MAINUSCH (Staudinger Weg 23, Mainz)

Lesung mit Hauke Thoroe
>Herrschaftskritik: Analysen – Aktionen – Alternativen<

Zur Kritik an Herrschaft, vom Staat bis zur Gruppe.

19 Uhr SABOT (Dotzheimerstraße. 37, Wiesbaden)

Im Buch werden Herrschaft und die verschiedensten Ausprägungen von Herrschaft im Alltag analysiert. Der Autor greift auf langjährige Erfahrung in politischer Bewegung zurück und äußert mitunter auch deutliche Kritik an politischer Bewegung, weil sich auch dort immer wieder Akteure unreflektiert positiv auf Herrschaft beziehen. Neben anschaulichen Beispielen aus politischer Praxis und Alltag zeigt das Werk auch Ansätze für Veränderung und Möglichkeiten, sich gegen Herrschaft zur Wehr zu setzen und einen alternativen, möglichst herrschaftsarmen Umgang miteinander zu entwickeln.

04.12.2011

Gegen die IMK und ihre Freund*innen

Demo 03.12.2011
15 Uhr Wiesbaden

Wenn De­le­gier­te aus ver­schie­de­nen Län­dern nach Wies­ba­den kom­men um zu The­men wie Mi­gra­ti­on, Grund­rech­te und Po­li­zei­ge­walt zu ar­bei­ten, dann klingt das nach einer span­nen­den Sache. Han­delt es sich bei die­sen De­le­gier­ten je­doch um die 17 alten deut­schen Her­ren der In­nen­mi­nis­ter­kon­fe­renz (IMK) sieht das Ganze nicht mehr so rosig aus. In halb­jähr­li­chen Tref­fen fäl­len sie Be­schlüs­se, die die Si­cher­heit der Men­schen vor dem Staat in Ge­fahr bringt.

„Wir brau­chen die, die uns nut­zen und nicht die, die uns aus­nut­zen. Das soll­te unser Pro­gramm­satz für die Zu­wan­de­rungs­po­li­tik sein.“ Hans-​Pe­ter Fried­rich(Bun­des­in­nen­mi­nis­ter)

Mit der fak­ti­schen Ab­schaf­fung des Asyl­rechts im Jahr 1993 schaff­te es die­ser Leit­satz ins Grund­ge­setz. „Be­darfs­ori­en­tier­te Zu­wan­de­rung“ nennt es sich, wenn Men­schen nur nach ihrem Nut­zen für die deut­sche Wirt­schaft be­wer­tet wer­den. Kon­kret be­deu­tet das, dass viele Flücht­lin­ge kein si­che­res Auf­ent­halts­recht be­sit­zen und von Ab­schie­bung be­droht sind, so­bald sie als „nutz­los“ für die deut­schen Markt­in­ter­es­sen gel­ten. Die­je­ni­gen die der deut­sche Staat nur „dul­det“ wer­den durch die Re­si­denz­pflicht schi­ka­niert. Zudem wer­den Men­schen die zur Ab­schie­bung ver­füg­bar sein sol­len in Ab­schie­be­knäs­ten mo­na­te­lang ge­fan­gen ge­hal­ten. Die IMK ist nicht be­reit diese Zu­stän­de ab­zu­schaf­fen. Man muss schon „dank­bar“ sein, wenn sich dort keine neuen Schi­ka­nen aus­ge­dacht wer­den. Deut­sche Asyl­po­li­tik be­ginnt je­doch nicht an deut­schen Gren­zen son­dern wird be­quem out­ge­sour­ced: Flüch­ten­de wer­den be­reits an den eu­ro­päi­schen Au­ßen­gren­zen von der Grenz­schutz­agen­tur Fron­tex ab­ge­fan­gen, wel­che vom eu­ro­päi­schen Par­la­ment immer mehr Rech­te zu­ge­spro­chen be­kommt und so zu­neh­mend selbst­stän­di­ger und un­ab­hän­gi­ger wird. Fron­tex geht dabei laut Pro­Asyl mit »mas­si­ver Auf­rüs­tung und Ab­schre­ckung, De­mü­ti­gun­gen, Miss­hand­lun­gen bis hin zu il­le­ga­len Zu­rück­wei­sun­gen« gegen Flücht­lin­ge vor. In den letz­ten 20 Jah­ren star­ben über 8.​000 Men­schen im Mit­tel­meer beim Ver­such ein bes­se­res Leben in Eu­ro­pa zu er­rei­chen.

„Einen Staat, der mit der Er­klä­rung, er wolle Straf­ta­ten ver­hin­dern, seine Bür­ger stän­dig über­wacht, kann man als Po­li­zei­staat be­zeich­nen.“ Ernst Benda (ehem. Prä­si­dent des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts)

Doch nicht nur im men­schen­ver­ach­ten­den Flücht­lings­po­li­tik sucht der Staat Ef­fi­zi­enz­stei­ge­rung und Op­ti­mie­rungs­stra­te­gi­en. Im so­ge­nann­ten Kampf gegen den Ter­ror hat sich die IMK in letz­ter Zeit ei­ni­ges ein­fal­len las­sen. Vi­deo­über­wa­chung öf­fent­li­cher Plät­ze und Ge­bäu­de neh­men wei­ter zu. Selbst in all­täg­li­chen Be­rei­chen wie ÖPNV und Fuß­ball­sta­di­en kommt es zu re­pres­si­ven Maß­nah­men um bei­spiels­wei­se das Si­cher­heits­ri­si­ko Fuß­ball­fan zu re­du­zie­ren. Der ex­zes­si­ve Ein­satz von „we­ni­ger-​töd­li­chen Waf­fen“ wie Pfef­fer­spray, mo­der­nen Was­ser­wer­fern und neu­er­dings Pep­per­balls und Te­le­skop-​Schlag­stö­cken, führt immer wie­der zu schwe­ren Ver­let­zun­gen bis hin zu ge­sund­heit­li­chen Spät­fol­gen. In der Ver­gan­gen­heit wur­den diese Mit­tel schon gegen Sitz­blo­cka­den an­ge­wen­det. Die au­to­ma­ti­sche KFZ-​Kenn­zei­chen­er­fas­sung soll neu­er­dings zur lü­cken­lo­sen Über­wa­chung des Ver­kehrs die­nen. Ohne Be­trof­fe­ne zu in­for­mie­ren ist es mög­lich Com­pu­ter mit­tels der On­line­durch­su­chung aus­zu­spio­nie­ren, was ver­hin­dert, dass diese da­ge­gen kla­gen kön­nen. Wie die Vor­rats­da­ten­spei­che­rung trotz „stö­ren­dem“ Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts ein­ge­führt wer­den kann soll bei die­ser IMK be­spro­chen wer­den. Die Auf­zäh­lung könn­te noch be­lie­big lange wei­ter ge­führt wer­den. Was die­ser Kampf gegen den Ter­ror be­deu­tet, er­fuh­ren De­mons­tran­t_in­nen und An­woh­ner_in­nen die­ses Jahr in Dres­den. Auf­grund der Blo­cka­de eines Na­zi­auf­mar­sches über­wach­te die Po­li­zei flä­chen­de­ckend Han­dys und er­stell­te Be­we­gungs­pro­fi­le von über 40.​000 Men­schen.

„Aus die­sem Grund be­grü­ße ich es aus­drück­lich, dass wie­der eine Ko­or­di­nie­rungs­grup­pe der Län­der, unter Fe­der­füh­rung des BKA, die ge­walt­be­rei­te links­ex­tre­me Szene ana­ly­siert. Die­ses Gre­mi­um exis­tier­te be­reits zur RAF Zeit und ist jetzt wie­der ak­ti­viert wor­den. Auch das zeigt den Ernst der Lage.“ Boris Rhein zum Ab­schluss der IMK in Frank­furt (Hes­si­scher In­nen­mi­nis­ter und Gast­ge­ber der IMK)

Im Fokus der IMK steht seit jeher der so­ge­nann­te Links­ex­tre­mis­mus. Der Staat de­fi­niert hier­bei jeden Wi­der­spruch zur „bür­ger­li­chen Mitte“ als ex­tre­mis­tisch. Mit der mitt­ler­wei­le so be­lieb­ten Ex­tre­mis­mus­theo­rie wird die Idee einer Ge­sell­schaft jen­seits von Kon­kur­renz und Ver­wer­tungs­lo­gik mit einer fa­schis­ti­schen Ver­nich­tungs­ideo­lo­gie gleich­ge­setzt. Der Ein­satz von Spit­zeln durch Po­li­zei und Ge­heim­dienst gegen linke Grup­pen wird auf der IMK ko­or­di­niert und vor­an­ge­trie­ben. Ein be­kann­tes Bei­spiel ist Simon Brom­ma, der 2010 in Hei­del­berg ent­tarnt wurde. Im Zuge des bun­des­wei­ten Bil­dungs­streiks be­gann er in Zu­sam­men­ar­beit mit zwei wei­te­ren ver­deck­ten Er­mitt­ler_in­nen die linke und stu­den­ti­sche Szene zu in­fil­trie­ren. Er be­spit­zel­te neun Mo­na­te lang Grup­pen, vom BUND bis zur An­ti­fa. Es zeigt sich, dass kaum ein Mit­tel ge­scheut wird um gegen linke Kri­tik vor­zu­ge­hen. Wer gegen diese Zu­stän­de de­mons­trie­ren will, blickt in die häss­li­che Frat­ze all­täg­li­cher Po­li­zei­ge­walt. Den­noch sind sich die meis­ten In­nen­mi­nis­ter darin einig Straf­tä­ter_in­nen in Uni­form schüt­zen zu wol­len und ver­hin­dern die Ein­füh­rung einer all­ge­mei­nen Kenn­zeich­nungs­pflicht von Po­li­zis­t_in­nen.

„Die meis­ten Men­schen sind über Ter­ro­ris­mus und Kri­mi­na­li­tät be­un­ru­higt, nicht über po­li­zei­li­che Schutz­maß­nah­men.“ Wolf­gang Schäu­b­le (ehem. Bun­des­in­nen­mi­nis­ter)

Wir er­ken­nen, dass die IMK nicht als un­ab­hän­gi­ges Gre­mi­um ge­se­hen wer­den kann. Viel­mehr ist sie in unser der­zei­ti­ges bür­ger­lich-​de­mo­kra­ti­sches Sys­tem ein­ge­bun­den und somit Be­stand­teil und Organ einer herr­schaft­li­chen Ord­nung. In­so­fern rich­tet sich un­se­re Kri­tik auch gegen die deut­sche Ge­sell­schaft und ge­ne­rell gegen das ka­pi­ta­lis­ti­sche Sys­tem. Schließ­lich be­trei­ben die In­nen­mi­nis­ter eine der dring­lichs­ten Auf­ga­ben des Staa­tes im Ka­pi­ta­lis­mus: Be­völ­ke­rungs­po­li­tik. Die Be­völ­ke­rung, das Hu­man­ka­pi­tal also, soll funk­tio­na­li­siert, fle­xi­bi­li­siert und op­ti­miert wer­den, ist der Staat doch exis­ten­zi­ell auf funk­tio­nie­ren­des Hu­man­ka­pi­tal an­ge­wie­sen, um in der Welt­markt­kon­kur­renz gegen an­de­re Staa­ten be­ste­hen zu kön­nen. So­lan­ge der deut­sche Stand­ort stets »ge­stärkt aus der Krise« (An­ge­la Mer­kel) her­vor­geht, er­scheint den treu­en Staats­bür­ger_in­nen eine ag­gres­si­ve Law-​and-​Or­der-​Ideo­lo­gie, sowie der na­tio­na­le Glau­ben an den ei­ge­nen Stand­ort sinn­vol­ler als die Ana­ly­se ge­sell­schaft­li­cher Struk­tu­ren und Macht­ver­hält­nis­se. Dass die ge­stei­ger­te Wirt­schafts­leis­tung des ei­ge­nen Stand­orts die wirt­schaft­li­che De­klas­sie­rung an­de­rer Stand­or­te be­deu­tet, wird al­ler­dings ge­konnt aus­ge­blen­det. Mehr noch: Mi­se­ren an­de­rer Stand­or­te wer­den in so­zi­al­chau­vi­nis­ti­scher und kul­tur­ras­sis­ti­scher Ma­nier zur Folge „ge­wis­ser Ei­gen­ar­ten“ der Kri­sen­ver­lie­rer ver­klärt. Dies zeigt sich an ak­tu­el­len ge­sell­schaft­li­chen Dis­kur­sen wie zum Bei­spiel der Grie­chen­land De­bat­te.

„Das Bun­des­kri­mi­nal­amt, Län­der­po­li­zei­en und das Bun­des­amt für Si­cher­heit und In­for­ma­ti­ons­tech­nik haben die In­itia­ti­ve zur Grün­dung von ‚In­sti­tu­tio­nal Pu­blic Pri­va­te Part­nerships‘ er­grif­fen, die die ver­schie­de­nen Ak­teu­re mit­ein­an­der ver­bin­den sol­len.“ Boris Rhein zum Ab­schluss der IMK in Frank­furt (Hes­si­scher In­nen­mi­nis­ter und Gast­ge­ber der IMK)

Mit sei­nem Ge­walt­mo­no­pol si­chert der Staat die ka­pi­ta­lis­ti­sche Pro­duk­ti­ons­wei­se, indem er sich für das Pri­vat­ei­gen­tum an Pro­duk­ti­ons­mit­teln ver­bürgt. Kon­trol­le und Herr­schaft sind aber nicht nur in der Hand des Staa­tes –“In­sti­tu­tio­nal Pu­blic Pri­va­te Part­nerships“ sind ein Bei­spiel der Zu­sam­men­ar­beit zwi­schen Staat und Un­ter­neh­men. Zwi­schen den neo­li­be­ra­len Öko­no­mi­sie­rungs-​und Pri­va­ti­sie­rungs­ten­den­zen von Bil­dung und Ge­sund­heit auf der einen Seite und dem post­mo­der­nen Out­sour­cen exe­ku­ti­ver Ge­walt auf der an­de­ren Seite liegt ein Un­ter­schied. Mit dem Out­sour­cing des Ge­walt­mo­no­pols be­droht der Staat sei­nen ei­ge­nen
Kern­be­reich und wird zur Ver­wal­tungs­in­sti­tu­ti­on. Unser In­ter­es­se aber ist es nicht den Staat und sein Ge­walt­mo­no­pol zu ret­ten. Statt­des­sen gilt es Staat, Na­ti­on und Ka­pi­tal zu über­win­den. Wir wol­len dass sich die Pro­duk­ti­ons­wei­se an den Be­dürf­nis­sen der Men­schen ori­en­tiert und nicht die Be­dürf­nis­se an der Pro­duk­ti­ons­wei­se. Der bür­ger­li­chen Flos­kel vom »Ende der Ge­schich­te« ( Fran­cis Fu­ku­yama), die den Ka­pi­ta­lis­mus als best­mög­li­che Wirt­schafts­ord­nung be­greift, be­geg­nen wir mit der Mög­lich­keit der Ver­än­de­rung, die den ge­sell­schaft­li­chen Ver­hält­nis­sen doch im­ma­nent ist.
Dem­nach bleibt uns nichts als die ra­di­ka­le Kri­tik der Ver­hält­nis­se:

Für die so­zia­le Re­vo­lu­ti­on!

Cochem: Prozess gegen Friedensaktivistis eingestellt

Cochem: Prozess gegen Friedensaktivisten eingestellt

Das Gerichtsverfahren gegen zwei Atombombengegner wegen angeblichen Hausfriedensbruches wurde heute am Amtsgericht Cochem gegen die Auflage von 60 Sozialstunden überraschend eingestellt. Hintergrund dieses Gerichtsprozesses war eine „Go In“-Aktion im August 2009 bei der der Fliegerhorst der Luftwaffe in Büchel/Eifel im Rahmen einer öffentlich angekündigten Aktion inspiziert werden sollte. „Es ist doch ein Irrsinn, dass dort Atombomben sind, obwohl die große Mehrheit der Menschen diese ablehnt“ klagte einer der Aktivisten vor dem Gericht an.

Auf dem Kasernengelände in Büchel lagern 20 US-Atombomben, die von Bundeswehrpiloten mit Tornado-Kampfjets ins Ziel geflogen werden sollen. Am Abend des 7.August 2009 befestigten Friedensaktivist_innen am Zaun der Kaserne in Anwesenheit der Presse ein Transparent mit der Aufschrift „KEINE URANWAFFEN“. Daraufhin betraten drei FriedensaktivistInnen das Militärgelände, um die im Vorfeld angekündigte zivile Inspektion der in Büchel gelagerten Massenvernichtungswaffen als ersten Schritt zur Abrüstung vorzunehmen. Dort wurden die deeskalierend auftretenden FriedensaktivistInnen sogleich von einer Feldjägerstreife festgenommen. Sie erläuterten den Feldjägern ihre Kritik an militärischer „Konfliktlösung“ und riefen die Soldaten dazu auf, im Ernstfall einen völkerrechtswidrigen Befehl zum Atombombenabwurf zu verweigern.

Eine Gegnerin der Atombomben kommentierte die Anklage vor Gericht mit den Worten, dass „wohl eine öffentlichkeitswirksame Kritik an diesen menschenverachtenden Waffen in diesem Staat nicht vorgesehen ist. “ Da die zwei Angeklagten dies nicht hinnehmen wollten, widersprachen sie den Strafbefehlen in Höhe von 50 Tagessätzen. Darüber hinaus stellt sich die Frage ob Gesetze die theoretisch Protest und Widerstand legalisieren wie z.B. das Versammlungsrecht der Rechtfertigende Notstand (§34StGB) lediglich eine Alibifunktion erfüllen, um Herrschaft zu verschleiern und der Bevölkerung das Gefühl von Freiheit und Selbstbestimmung zu vermitteln.

Das Spektakel begann dabei schon vor dem Gericht, wo die Angeklagten durch Großpuppen unterstützt wurden. Weitere UnterstützerInnen schrieben mit Kreide Atomwaffen- und justizkritische Sprüche vor das Gericht und erklärten sich durch Transparenten solidarisch. Doch damit nicht genug: Das Publikum mischte sich auch immer wieder kritisch in den Prozess ein. Nach dem Verlesen der Anklageschrift erkundigte sich der Staatsanwalt, ob er auf das Verlesen der zweiten Anklageschrift verzichten könne, da diese bis auf den Namen wortgleich mit der ersten sei. Darauf ertönte aus dem Publikum: „Können wir auf die Anklage nicht ganz verzichten?“ Außerdem nutzten die beiden Angeklagten u.a. die Einlassungen, um ihre grundsätzliche Kritik an Militär und im besonderen an Atomwaffen zum Ausdruck zu bringen. Dabei sollte eine Kritik an der Justiz nicht fehlen: Grundsätzlich diene Recht der Aufrechterhaltung der Privilegien von Eliten und ihrer Durchsetzung gegen Widerstand. Dem konnte selbst der Richter nicht widersprechen: „Ich darf das nicht diskutieren. Und ich will das auch nicht diskutieren!“

Nach etwa einer halben Stunde Verhandlung kündigte sich die Wendung an. Der Anwalt eines der Angeklagten betonte, dass die Angeklagten aus ehrenwerten Motiven mit dem Gesetz in Konflikt geraten seien, dass es ihnen nicht um eine Bereicherung gegangen sei. Die Angeklagten hätten vielmehr in einer sehr symbolischen Art und Weise auf ein gesellschaftliches Problem aufmerksam gemacht. Dem konnte sich der Richter anschließen, und schlug eine Einstellung wegen „geringer Schuld“ vor, zumal die Tat zwei Jahre zurückliege. Und da die Angeklagten als Studenten nur ein geringes Einkommen hätten, seien 60 Arbeitsstunden angebrachter als eine Geldzahlung als Einstellungsauflage. Dem konnte sich der Staatsanwalt auch anschließen. „Es scheint dem Protest in den letzten Jahren gelungen zu sein, das Thema der in der Eifel gelagerten Atomwaffen so weit ins öffentliche Bewusstsein zu rufen, dass stumpfes Verurteilen den Eliten nicht mehr als geeignetes Mittel erscheint, ihre Interessen abzusichern!“ kommentierte dies ein Prozessbeobachter.

Nach dem Prozess meinten aber zwei Waffenträger in Uniform, dass sie noch unbedingt drei Aktivistinnen zum Putzen des Gerichts verdonnern müssten. Damit wollten sie wohl durch das Umsetzen heteronormativer Standards Herrschaft sichern, indem einer der Polizeibeamten zwei Aktivistinnen an ihren Rucksäcken herumzog und die „Mädschen“ zum Putzen zwingen wollte. Diese Ablenkung der Staatsdiener wurde genutzt, um ein weiteres Soli-Transparent gut sichtbar am Gericht anzubringen: „Ätsch, Repression kann zu politischen Engagement führen!“ kommentierte dies eine ProzessbeobachterIn.

Weitere Infos unter http://bye-bye-voelkerrecht.blogspot.com/

Cochem: Mars-TV sendet zu Atomwaffen

Mars-TV sendet zu Atomwaffen

In der verschlafenen Ecke der äußersten Provinz der Galaxis liegt der nahezu unerforschte Ort Cochem. Hier landete am Samstag Mittag ein Reporterteam von Mars-TV. Aufgrund des Gerichtsprozesses gegen zwei Atombombenkritiker, der im örtlichen Amtsgericht am Montag dem 24.10.2011 stattfinden wird, versuchten die außerirdischen Reporter einen Überblick über die spannende Frage, warum es hier eigentlich Atombomben gibt, zu bekommen. Als endlich Kontakt zu humanoiden Lebensformen aufgebaut werden konnte, fiel als allererstes auf, dass an diesem Ort doch Menschen aus vielen Teilen der Welt herumliefen.Die ersten Antworten waren nicht sehr aufschlussreich. Alle anderen auch nicht.
Die Erklärungen reichten von „Ohne Atombomben geht das Licht aus, weil auch dann kein Strom mehr“, über die Begründung eines ehemaligen Fremdenlegionärs, der meinte, dass Atombomben da sind, weil Leute wie er nicht auf sich selber aufpassen könnten, bis zur religiösen Begründung des Bösen im Allgemeinen und Ganzen in der Welt. Interessanterweise wusste die Mehrheit der Interviewten überhaupt nichts von Atombomben in ihrer näheren Umgebung oder warum es diese überhaupt gibt. Als sie dann erfuhren, dass es direkt hier in der Eifel Atombomben gibt, fanden sie das dann nicht gut. Als sie dann noch erfuhren, dass Menschen wegen Aktionen, die Atombomben kritisieren, bestraft werden sollen und deswegen am Montag einen Gerichtsprozess in Cochem haben werden, war klar, dass diese Menschen doch freigesprochen und sogar eher belobigt oder ausgezeichnet werden sollten!

Am Ende empörte sich eine weitere, sich als höchst intelligent herausstellende, Spezies. „ Es sollten doch mittlerweile wirklich alle wissen, dass Atomwaffen totale Kackscheisse sind und deshalb abgeschafft gehören! Außerdem sollten doch gefälligst möglichst viel der Menschen am Montag zum Prozess kommen und den Angeklagte unterstützen“, schnatterte der höchst intelligente Schwan und watschelte kopfschüttelnd davon.

Mehr Infos:
http://bye-bye-voelkerrecht.blogspot.com/

Aktionen + Termine

Balkan-Beats-Soli-Party gegen Repression!

Sa. 28. April um 21 Uhr im Haus Mainusch
(Staudinger Weg 23, Mainz)

es gibt Soli-Cocktails und vegane Leckereien
und selbstverständlich tolle Mukke mit DJ Skaot!

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Gerichtsprozess gegen Flughafenausbaugegner

Auch im neuen Jahr muss sich wieder ein Mensch wegen seinem Engagement gegen den Flughafenausbau vor Gericht verantworten. Er soll laut Tatvorwurf während einer Solidaritäts-Aktion, am Rande eines Prozess gegen einen Flughafenausbaugegner vor dem Mainzer Landgericht, einen Justizbeamten gegen das Bein getreten haben. Der Angeklagte erhielt einen Strafbefehl über 90 Tagessätze wegen Körperverletzung. Die Beweislage ist aber äußerst dünn. Es liegt der Verdacht nahe, dass es vor allem darum geht, Menschen abzuschrecken, die sich mit den von der Justiz verfolgten AusbaugegnerInnen solidarisieren. Kommt zum Prozess und zeigt, dass diese Rechnung nicht aufgeht!

Datum: Donnerstag, 05. 01. 2012
Ort: Amtsgericht Mainz, Saal 209, Gebäude A; Diether von Isenburg Strasse
Uhrzeit: 9.00 Uhr

Als Vorbereitung wird Ende nächster Woche ein offenes Prozesstraining in Mainz stattfinden. Ziel des Trainings ist es, aus strukturell vorgesehener UnMündigkeit herauszutreten, um in einer repressiven Situation, wie z.B. der konkreten Ladung vor Gericht, durch vermehrte Optionen zu erfolgreicherer Handlungsfähigkeit zu gelangen.

Wann? Donnerstag, der 22. und Freitag, der 23.Dezember 2011
Wo? PENg-LAND, Rheinallee 79-81; 55118 Mainz
Wieviel Uhr? Donnerstag: ab 12 Uhr, Freitag 10 Uhr bis 16 Uhr

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Gegen die IMK und ihre Freund*innen

03. De­zember 2011:
Bun­des­wei­te De­mons­tra­ti­on gegen die IMK – Wiesbaden

05.-09. De­zember 2011: Ak­ti­ons­ta­ge gegen die IMK

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04.12.2011

Workshop
Polizeikontakt – kreative Antirepression

12-16 Uhr HAUS MAINUSCH (Staudinger Weg 23, Mainz)

Lesung mit Hauke Thoroe
>Herrschaftskritik: Analysen – Aktionen – Alternativen<

Zur Kritik an Herrschaft, vom Staat bis zur Gruppe.

19 Uhr SABOT (Dotzheimerstraße. 37, Wiesbaden)

Im Buch werden Herrschaft und die verschiedensten Ausprägungen von Herrschaft im Alltag analysiert. Der Autor greift auf langjährige Erfahrung in politischer Bewegung zurück und äußert mitunter auch deutliche Kritik an politischer Bewegung, weil sich auch dort immer wieder Akteure unreflektiert positiv auf Herrschaft beziehen. Neben anschaulichen Beispielen aus politischer Praxis und Alltag zeigt das Werk auch Ansätze für Veränderung und Möglichkeiten, sich gegen Herrschaft zur Wehr zu setzen und einen alternativen, möglichst herrschaftsarmen Umgang miteinander zu entwickeln.

04.12.2011

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Gerichtsprozess
Essen darf nur, wer Geld hat!
„Mundraub“ – Prozess

eingestellt!

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Cochem: Gerichtsprozess gegen Atomwaffengegner

24.10.2011 11 Uhr Gerichtsprozess Cochem!

Eingestellt worden! – Danke für die Unterstützung!

Mehr Infos: bye-bye-voelkerrecht.blogspot.com !

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no g20

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no g20 – Die Krise heißt Ka­pi­ta­lis­mus

DEMONSTRATION // 5.11.2011 // Freiburg // Platz der alten Synagoge